Eine junge Frau stürmt in ein   Klassenzimmer und beginnt, von Ihrer Schulzeit zu berichten. Mit 14 war sie ein Tomboy, ein Mädchen, das sich der klassischen Rollenzuschreibung nicht beugen will. "Sobald ein Mädchen den kleinsten Funken Energie zeigt, nennt man sie einen Tomboy, einen Jungen, und beraubt sie ihrer Weiblichkeit.

 

 

Sie träumt von ihrem Vorbild, John Lennon, will alles, was Jungen auch dürfen, und bloß kein plüschiges rosafarbiges Mädchen sein. Erst recht keine Frau im Rock, ausgeliefert dem Zwang, für Männer attraktiv zu sein und immer in der zweiten Reihe zu stehen. Doch der Kampf um eine eigene Identität, ohne in  die Fallen bestehender  Geschlechterklischees zu geraten, ist hart und von Rückschlägen markiert. Sich selbst zu mögen, um anderen zu gefallen, ohne Kompromisse einzugehen, nicht in totaler Isoliertheit zu enden, wie geht das? Und was passiert, wenn sich der eigene Körper meldet und in die Frage einmischt, was es heißt, eine Frau zu sein?

 

Mit unerschöpflicher Lebensenergie stellt "John", wie sie sich selbst nennt, sich den Fragen, die jeden Heranwachsenden treffen können: "Wie kommt man aus der Pubertät in eine eigene Identität? Will man das überhaupt? Muss man jemand werden? Warum darf man nicht so sein, wie man sich fühlt? Was ist das, was man fühlt und nicht benennen mag? Wer definiert, was männlich ist und was weiblich? "

 

Die Schule ist nach wie vor einer der Hauptorte, wo das Rollenspiel der Geschlechteridentitäten ausgetragen wird, mal greifbar, mal unterschwellig. Jetzt platzt eine Schauspielerin in das Klassenzimmer, mischt sich ein und erzählt eine Geschichte von radikaler Unangepasstheit. Alles völlig passé? Oder doch etwas, das jedem vertraut ist?

 

 

Für Jugendliche  ab 14 Jahren und Erwachsene

 

Wir spielen dieses Stück am Originalschauplatz des Klassenzimmers, was eine unmittelbare Nähe zwischen Publikum und Spieler erfordert. Der Schulraum erweist sich in der Zuspitzung des Dramas als  theatralischer Ort, dessen Charakter im Alltag verborgen bleibt. Der Jugendliche kann sich direkt identifizieren oder distanzieren, dem erwachsenen Zuschauer wird die Erinnerung an nie ganz Vergangenes präsent.

Sie können diese beiden Inszenierungen in Abendvorstellungen in Schulen sehen oder Sie zu sich ins Klassenzimmer vormittags einladen.

Nähere Informationen erhalten Sie unter 0761-31470.


 


Regie:
Stephan Weiland

Dramaturgie:

Sonja Karadža

Technische Leitung:
Bernhard Ott
Technik:
Uwe Engler

Es spielt:
Nadine Werner

Rechte:
Merlin Verlag,

Gifkendorf

Premiere:
30. Juni 2007