aktuell
Schultheatertage 2010
12. bis 16. Juli 2010
im Theater Freiburg und im Theater im Marienbad
Liebe Schülerinnen und Schüler,
Liebe Spielleiterinnen und Spielleiter,
Liebes Publikum,
wir freuen uns darauf, mit Euch und Ihnen eine ganz besondere und hoffentlich sehr intensive Theaterwoche zu erleben: Die 1. Freiburger Schultheatertage.
Das Gemeinschaftliche steht für uns ganz im Vordergrund der einzelnen Veranstaltungen: Wir wollen gemeinsam Theater spielen und schauen, das Gesehene gemeinsam diskutieren, in Gesprächen Ideen für neue Projekte entwickeln! Das gemeinschaftliche Denken und Planen war auch schon eine wichtige Bedingung dafür, dass dieses neue Forum für „Theater an den Schulen“ entstanden ist: Fast alle Theaterschaffenden der Stadt und das Regierungspräsidium haben das Vorhaben zusammen auf die Beine gestellt, weil es uns wichtig ist, Euch junge Theaterleute und Euch engagierte Spielleiterinnen und Spieleiter zusammenzubringen, eine Möglichkeit zum Austausch und zur Fortbildung zu bieten, und schließlich die inzwischen sehr bunt gewordene Palette dessen, was „Theater an den Schule“ heute bedeutet, einer breiteren interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen: Neben den traditionellen Theater AGs gibt es nun auch vermehrt Klassenprojekte, Langzeitprojekte mit freischaffenden TheaterkünstlerInnen sowie Projekte des neuen Schulfaches „Theater und Literatur“.
Nicht zuletzt geht es uns dabei auch darum, das Blickfeld aller Beteiligten zu erweitern: Erstmals sind nicht nur Freiburger Schulen, sondern auch diejenigen aus den angrenzenden Landkreisen. Die Auswahl der teilnehmenden Gruppen wurde von einer Jury aus Schülerinnen und Schülern, Studierenden und professionellen Theaterschaffenden vorgenommen,
Wir wünschen Euch und Ihnen eine tolle Woche!
(Freiburger SchulprojektWerkstatt, PAKT e.V., Theater im Marienbad,
Theater Freiburg, Regierungspräsidium Freiburg, Abt. Schultheater)
Projektpräsentation
Samstag, 24. Juli
FAMILIENBANDE
mit Schülern der 5ten Klasse
der Turnsee-Hauptschule Freiburg
Nach der erfolgreichen Aufführung im Theater im Marienbad von »Die
Zeitdiebe« im Juli 2009 mit Schülern der 6ten Klasse der Turnseeschule
geht das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt »Sprachräume öffnen«
in die zweite Runde.
In diesem Jahr haben wir uns dagegen entschieden ein komplettes Stück
im konventionellen Sinne mit den Kindern zu erarbeiten, sondern wir wollen
in Kleingruppenarbeit Märchen zum Thema »Familienbande« suchen und
gemeinsam erarbeiten. Musikalische Elemente, chorisches Sprechen und
Singen, Formen des Erzähltheaters in seinen multiplen Möglichkeiten sind
Elemente, die wir austesten möchten. In diesem Projekt werden wir vermehrt
versuchen eine Verzahnung von Unterricht und Theaterprojekt zu ermöglichen.
Unser Musiker Joe Killi erarbeitet im regulären Musikunterricht Musikstücke
für die Aufführung, Märchen werden im Fach Deutsch gelesen und besprochen,
und wenn die Arbeit zum Schluss in Richtung Bühnenbild und Kostüme geht,
so ist eine Einbettung in das Fach Kunst wünschenswert. Kleingruppenarbeit,
Mitautorenschaft und die Anbindung an den Schulunterricht sind Ziele, die
wir durch die gemeinsamen Gespräche mit den Projektbeteiligten ausgearbeitet haben.
Auch in diesem Jahr wird das Projekt von Prof. Dr. Katharina Megnet, Dozentin
an der Fachhochschule Freiburg evaluiert.
THEATERPÄDAGOGIK UND
KULTURELLE BILDUNG
Als Kinder- und Jugendtheater ist es unser vorrangiges Anliegen,dass insbesondere junge Menschen die Kunstform Theater entdecken.
Wir möchten sie für dieses Medium begeistern und ihnen den Zugang dazu erleichtern.
Die Theaterpädagogik ist dabei ein wichtiger Bestandteil der Arbeit.
Sie ist Mittler zwischen Kunstschaffenden und Publikum, zwischen Produktion und Adaption, zwischen Kunst und kultureller Bildung. Sie ermutigt dazu, das Erfahrene selbst kreativ umzusetzen, in der
eigenen Wirklichkeit anzuwenden.
Da die meisten Kinder- und Jugendlichen unsere Theaterstücke im Klassenverband besuchen, ist die wichtigste Säule unserer theaterpädagogischen Arbeit die Kooperation zwischen Schule und Theater.
Diese Kooperation findet sich auf verschiedenen Stufen wieder.
Vor der Premiere durch Gespräche mit Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern, nach der Premiere durch Impulsworkshops, Nachgespräche, sowie in Fortbildungen für Referendare und Referen-
darinnen.
Die Theaterpädagogik initiiert und begleitet aber auch künstlerischeProzesse, bei denen Kinder und Jugendliche selbst aktiv werden.
Im vergangenen Jahr kooperierten wir mit der Turnsee-HauptschuleFreiburg und der Jugendhilfe der Waisenhausstiftung Freiburg e.V. Unser Anliegen ist dabei, dass Schülerinnen und Schüler aus bildungs-fernen Milieus den Zugang zum eigenen Spiel finden, dass sie alle Facetten der Entstehung einer gemeinsamen Produktion erleben und erlernen lässt, so dass ihre sozialen und ästhetischen Kompetenzen
gefördert und gefordert werden.
Sonja Karadza
drama@marienbad.org tel: 0761 31470
Stücke für Klassenzimmer
- wir kommen zu Ihnen ins Klassenzimmer...
Wir spielen dieses Stück am Originalschauplatz des Klassenzimmers, was eine unmittelbare Nähe zwischen Publikum und Spieler erfordert. Der Schulraum erweist sich in der Zuspitzung des Dramas als theatralischer Ort, dessen Charakter im Alltag verborgen bleibt. Der Jugendliche kann sich direkt identifizieren oder distanzieren, dem erwachsenen Zuschauer wird die Erinnerung an nie ganz Vergangenes präsent.
Sie können beiden Inszenierungen in Abendvorstellungen in Schulen sehen oder Sie zu sich ins Klassenzimmer vormittags einladen. Nähere Informationen erhalten Sie unter 0761-31470.
Klamms Krieg
ein Klassenzimmerstück von Kai Hensel
Klamm ist Deutschlehrer, zu alt für einen Neuanfang, zu jung für die Frühpensionierung. In einem Brief beschuldigt ihn eine Schulklasse, aufgrund seiner überstrengen Notengebung am Tod eines Mitschülers schuld zu sein.
Das Stück erzählt vom Drama eines Menschen, der vielleicht einen folgenschweren Fehler begangen hat. Es provoziert eine Debatte über das System Schule und die Machtverhältnisse und Abhängigkeiten zwischen Lehrern und Schülern.
"Als Kinder sind Sie gekommen, Als Erwachsene gehen Sie fort. In jedem steckt ein Teil von mir, lebt in Ihnen weiter und zieht hinaus in die Welt." (Klamm)
für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene
"Warum Trägt John Lennon einen Rock?"
nach einem Stück von Claire Dowie
Eine junge Frau stürmt in ein Klassenzimmer. Sie träumt von ihrem Vorbild, John Lennon, will alles, was Jungen auch dürfen, und bloß kein plüschiges rosafarbiges Mädchen sein. Erst recht keine Frau im Rock, ausgeliefert dem Zwang, für Männer attraktiv zu sein und immer in der zweiten Reihe zu stehen. Doch der Kampf um eine eigene Identität, ohne in die Fallen bestehender Geschlechterklischees zu geraten, ist hart und von Rückschlägen markiert. Sich selbst zu mögen, um anderen zu gefallen, ohne Kompromisse einzugehen, nicht in totaler Isoliertheit zu enden, wie geht das? Und was passiert, wenn sich der eigene Körper meldet und in die Frage einmischt, was es heißt, eine Frau zu sein?
Mit unerschöpflicher Lebensenergie stellt "John", wie sie sich selbst nennt, sich den Fragen, die jeden Heranwachsenden treffen können: "Wie kommt man aus der Pubertät in eine eigene Identität? Will man das überhaupt? Warum darf man nicht so sein, wie man sich fühlt? Wer definiert, was männlich ist und was weiblich? "
„Die Gänsehirtin am Brunnen“
nach einem Märchen der Gebrüder Grimm.
Mit einfachsten Mitteln wird eine spitzfindige Geschichte über die Wahrhaftigkeit der Gefühle erzählt. Mal ist der Schauspieler ein junger Graf, dessen Mitgefühl und Hilfsbereitschaft überprüft werden, mal die vermeintlich bösartige Alte, die die Prinzessin vor dem unverständigen Vater und falschen Bewerbern schützt. Vor unserem inneren Auge entstehen vielfältige Landschaften und eigentümliche Charaktere, die uns in eine Welt entführen, wie sie nur in Märchen möglich ist.
„Die drei Hunde“
nach einem Märchen von Ludwig Bechstein
Renate Obermaier und Daniela Mohr erzählen die Geschichte eines jungen Hirten, der seine Schafe gegen Hunde tauscht. Das vermeintlich schlechte Geschäft, sein Mut und seine Abenteuerlust helfen ihm aber auf seinem eigentümlichen Weg zu einem glücklichen Schicksal. Die eine begleitet den jungen Helden mit romantischer Entschlossenheit - die andere, knorrig und hinterhältig, stellt ihm in vielerlei Gestalt gern ein Bein. Am Ende aber werden beide sehr froh zu sein, wenn er, nachdem er waghalsig Drachen und andere Gefahren überwunden hat, endlich die schöne Königstochter heiraten kann. Vögel fliegen auf, wenn der Prinzgemahl am Ziel seiner Wünsche seine Nächsten nicht vergisst.
für Kinder ab 5 Jahren und Erwachsene
Die Schwalbe Sinha
nach der Erzählung von Jorge Amado
Es war einmal vor langer, aber wirklich sehr langer Zeit - damals trug sich eine Liebesgeschichte zu.« Der Gestreifte Kater, verliebte sich in die Schwalbe Sinhá. Wenn sie heiter und quicklebendig vorüber flog, gab es keinen Vogel im heiratsfähigen Alter, der nicht hinter ihr hergeseufzt hätte. Nirgendwo gab es eine so schöne und liebenswerte Schwalbe wie die Schwalbe Sinhá. Im Frühling freundeten sie sich an, im Sommer waren sie sehr glücklich, doch der Sommer ging schnell vorüber. Die Zeit des Glücks vergeht immer schnell. Der Gestreifte Kater bat die Schwalbe Sinhá, seine Frau zu werden. Er schrieb ihr ein Sonett von der unmöglichen Liebe. - Doch: Seit die Welt besteht, ist es den Schwalben verboten, Kater zu heiraten ...
für Kinder ab 8 Jahren und Erwachsene
Vor –und Nachbereitungen
Soweit es unsere zeitlichen und personellen Kapazitäten zulassen, kommen wir - auch mit Schauspielerinnen und Schauspielern unseres Ensembles - gerne zu Ihnen in den Schulunterricht. Wir bieten Vor- und Nachbereitungen in praktischer, spielerischer Form oder als Gespräch über Stück und Aufführung an.
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an unsere Theaterpädagogin Sonja Karadza
Premierenklassen
Für besonders interessierte Schulklassen besteht die Möglichkeit das Entstehen einer Inszenierung intensiv zu begleiten. Probenbesuche, Gespräche mit Regisseur, Dramaturg, SchauspielerInnen, KostümbildnerInnen, Ton- und Lichttechnikern als auch eine weiterführende spielerische Annäherung sind Teil dieses Projekts.
Arbeit mit ReferendarInnen
In den letzten zwei Jahren fanden Treffen mit ReferendarInnen (Realschule) bei uns im Theater statt. Nach einem gemeinsamen Theaterbesuch gab es die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich selbst spielerisch auszuprobieren.
Wir hoffen, daß es auch dieses Jahr wieder ein solches Treffen geben wird.
Sie können von Montag bis Freitag von 10 Uhr bis 16 Uhr telefonisch Karten bestellen. Eine Bestätigung und Infomaterial wird Ihnen zugeschickt. Die Karten müssen nicht vorher abgeholt werden. Es reicht, wenn sie eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn ihre Karten abholen und bezahlen. Die Preise können sie unserem Spielplan entnehmen.
Es besteht die Möglichkeit sich auf eine Optionsliste für ein Stück Ihrer Wahl setzen zu lassen. Sobald wir dieses dann spielen und Sie an der Reihe sind, werden Sie von uns benachrichtigt.
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Theaterprojekt mit ehemaligen Schülern und Schülerinnen
der Albert Schweizer Schule II Freiburg
Nachhaltigkeit, so ist allerorten zu vernehmen, ist einer der Gründe und
geforderten Ziele Kultureller Bildung. Dieses Projekt, so hoffen wir, wird
zeigen, dass Nachhaltigkeit in der Kulturellen Bildungsarbeit mit Hauptschülern
erreicht werden kann.
gefördert durch Y- Verein Kultur und Bildung Freiburg e.V.
LEITUNG Sonja Karadza, Dietmar Kohn
„Am Anfang dachte ich Theaterspielen ist nur was für Weicheier“
Ein Schüler des Projekts
Diesem Projekt vorausgegangen ist ein intensives und erfolgreiches Theater-
projekt mit Hauptschülern der Albert-Schweizer Schule II im Rahmen des Unter-
richtfaches MSG (Fächerverbund Musik, Sport und Gestalten) im Schuljahr 2006/
2007 und 2007/2008.
In dieser Spielzeit 2009/2010, ein Jahr später und auf intensives und nicht abbrechen
wollendes Einfordern der ehemaligen Projektbeteiligten begeben wir uns auf eine
Reise, ohne Schul- und Notendruck, auf eine Reise basierend auf freiwilliger, selbst-
verwalteter und auf gleicher Augenhöhe stattfindender Theatererfahrung.
Die Hauptschule haben die Jugendlichen abgeschlossen und besuchen jetzt
entweder eine weiterführende Schule oder machen eine Ausbildung. Viele der
zwölf Theaterbegeisterten sind in der Zwischenzeit mehrere Male Besucher unserer
Theatervorstellungen gewesen, haben als Geschenk zu unserer Veranstaltung
»20 Jahre Theater im Marienbad – Ein Fest« im Dezember 2009 ein kleines
Programm aus ihren mit uns erarbeiteten Aufführungen zusammengestellt.
Die Gruppe probt unter Anleitung unseres Schauspielers Dietmar Kohn und unserer
Dramaturgin Sonja Karadza seit Oktober 2009 ein Mal wöchentlich im »Kesselhaus«
unseres Theaters. Eine Intensivprobenwoche ist geplant, ebenso ein gemeinsamer
Aufenthalt im Berghotel auf dem Schauinsland, welcher uns durch den Verein Y er-
möglicht wird.
Diese wunderbaren Unterstützer sind es auch, die unser Projekt filmisch begleiten
lassen, sodass es am Ende eine Dokumentation geben wird.
Wann das Stück zur Aufführung kommt steht noch nicht fest. Es hängt von der ge-
meinsamen Erfahrung ab, die wir miteinander machen werden.