Materialien:

Legenden
Zeittafel
Moorlandschaft
Ein Netz in der Kinderzeit

Legenden

Legenden entstehen nicht ohne Grund, und in der Tat: Diese drei Schwestern waren höchst bemerkenswerte Menschen. In ihrem Pfarrhaus führten sie ein ärmliches, psychisch wie physisch eingeengtes Leben, gesellschaftsunfähig und gesellschaftsüberdrüssig, kränkelnd und ruhelos. Als Kinder setzten sie ihre Träume in eine gigantische Phantasiewelt um: Sie erfanden – nur für sich alleine – zum Zeitvertreib- eine Sage und brachten sie in unzähligen winzigen Kritzelheften zu Papier. Als die Geschwister größer wurden, als sie erwachsen waren und die kindliche Spielwelt ihnen nicht mehr genügte, begannen sie Romane zu schreiben. sie hatten sich, ohne Beziehungen und profunde literarische Bildung, einfach vorgenommen, professionelle Romanautorinnen zu werden und vom Erlös ihrer Bücher zu leben. Das erreichten sie auch fast auf Anhieb, - und dies ist die Wurzel der Legende: Daß es diesen drei Frauen gelang, in ihrem hinterwäldlerischen Haworth völlig naiv eine fiktive Welt zu erschaffen, die kaum Vorbilder hat und den Leser bis heute in ihren Bann zieht.

 

Zeittafel

1777
Patrick Bronte in Drumballyroney, Irland, geboren.
1783
Maria Branwell in Penzance, Cornwall, geboren.
1806-09
Patrick als Hilfsgeistlicher der englischen Hochkirche in Essex, Shropshire und Yorkshire.
1812
Patrick und Maria Branwell heiraten.
1813-20
Geburt der Kinder: Maria, Elizabeth, Charlotte, Patrick Branwell, Emily Jane und Anne
1820
Die Familie zieht nach Haworth.
1821
Die Mutter stirbt. Ihre Schwester, Elisabeth Branwell, übernimmt die Haushaltsführung.
1824
Maria und Elizabeth gehen ins Internat nach Cowan Bridge. Charlotte kommt im August, Emily im November nach.
1823
Der Vater holt Maria aus Cowan Bridge ab. Sie stirbt am 6. Mai. Elizabeth verläßt die Schule und stirbt am 15. Juni. Charlotte und Emily kehren am 1. Juni nach Haworth zurück.
1826
Beginn des ersten großen Gedankenspiels mit Branwells Holzsoldaten. Zunächst arbeiten alle Geschwister an der Angria-Sage, dann erfinden Anne und Emily das neue Phantasiereich Gondal. An diesen schriftlich fixierten Tagträumen arbeiten die Geschwister insgesamt 11 Jahre.
1831
Charlotte geht nach Roe Head, der Schule von Miss Wooler.
1832
Charlotte verläßt Roe Head. Unterrichtet zu Hause ihre Schwestern.
1835
Charlotte kehrt als Lehrerin nach Roe Head zurück. Emily begleitet sie als Schülerin, wird heimwehkrank und geht im Oktober zurück nach Haworth. Anne nimmt ihre Stelle ein. Branwell nimmt Kunstunterricht bei William Robinson, einem Maler aus Leeds.
1836
Branwell reist nach London, um sich bei der königlichen Kunstakademie einzuschreiben, kehrt jedoch nach wenigen Tagen ohne Geld und ohne Ergebnis zurück. Eröffnet ein Porträitstudio in Bradford.
1837
Emily als Lehrerin in Law Hill bei Halifax, wahrscheinlich für sechs Monate.
1839
Anne und Charlotte arbeiten als Gouvernanten.
1840
Branwell arbeitet als Hauslehrer und Angestellter bei der Eisenbahn.
1841
Die Schwestern planen, eine eigene Schule einzurichten.
1842
Charlotte und Emily gehen nach Brüssel ins Pensionat Heger. Die Tante Elizabeth Branwell stirbt.
1843
Charlotte kehrt allein nach Brüssel zurück.
1844
Der Plan einer eigenen Schule scheitert. Keine einzige Schülerin kann angeworben werden.
1845
Charlotte findet Emilys Gedichte und drängt auf eine gemeinsame Veröffentlichung.
1846
Die "Gedichte" von Currer, Ellis und Acton Bell erscheint bei Aylott & Jones. Jede der drei Schwestern schreibt an einem Roman. Emilys "Wuthering Heights" und Annes "Agnes Grey" finden einen Verleger (Newby in London). Charlottes "Professor" wird überall abgelehnt. Im August beginnt sie „Jane Eyre“ zu schreiben.
1847
Jane Eyre erscheint bei Smith & Elder, Wuthering Heights“ und „Agnes Grey“ erscheinen nach langem Hinhalten im Dezember.
1848
Annes "The Tenant of Woldfell hall" erscheint bei Newby. Im Juni reisen Charlotte und Anne nach London, um Mißverständnisse um die Autoren Bell beim Verlag Smith & Elder auszuräumen. Branwell stirbt im September, Emily im Dezember.
1849
Anne stirbt im Mai.
1850
Charlotte besucht London. Mittelpunkt literarischer und gesellschaftlicher Zirkel zu sein, bereitet Charlotte eher Pein als Vergnügen.
1852
Arthur Bell Nicholls bittet um Charlottes Hand und wird vom Vater abgelehnt.
1854
Charlotte und Arthur Bell Nicholls heiraten.
1855
Charlotte stirbt.

 

Ausflug ins belgische Hochmoor bei Robertville zur Vorbereitung der Probenarbeit

Moorlandschaft: Friedlich, wild einzelne einsame Bäume. (Tannen). Knorrige blattlose Bäume, ihre Äste zum Himmel wendend. Zerbrechlich - stabil. Und Huppel, viele, viele Huppel. Köpfe. Familien. Eigentümlich verschworen. Gräser, die im Lauf des Jahres grün, dann braun, im Winter blaß-gelb werden.
Filzpflanzenboden. (Kein Vorschlag für den Bühnenboden...). Vögel. Ruhe. Geräusch von fließendem Wasser. Morast. Weiter Himmel. die Wolken: das wirklich bewegte in dieser Gegend.
Renate möchte mit diesen Wolken ziehen. Weg. Oder durch die Landschaft streben. Mit weiten Schritten. Und auf einem der wenigen Hügel ausruhen, sich hinlegen. Sie sehnt sich nach der Stadt.
Daniela verweilt alle hundert Meter bei jedem Fleckchen: da ein Zweiglein, dort ein Gräslein und jetzt ein Bildlein. Kirsten mag Danielas Art der mikroskopischen Zärtlichkeit für jedes sprießende blühende Natur etwas. (Renate, weit voraus, übt sich in Geduld).
Kirsten plagt eine andere Leidenschaft: verbotene Gefilde zu betreten. Freiheit ist ihr letztes Wort, denn ihr gehört der ganze Ort!(Renate klettert zaghaft hinterher, jetzt wartet Daniela, bis Beide zurückgekehrt sind...).

 

Wir woben ein Netz

>Wir woben ein Netz in der Kinderzeit
Ein Netz aus sonnigem Schein
Eine Kindheitsquelle gruben wir
ein Wasser klar und rein

Jung pflanzten wir ein Senfkorn ein
Brachen das Mandelreis noch grün
Wir sind nun erwachsen geworden, doch sie
Verdorrten sie mitten im Blühn?

Sind sie erstickt und zu Tode ermattet
Wurde zu Asche was Feuer schien?
Denn das Leben ist dunkel umschattet
Und seine Freude ziehn schnell dahin.

Emily Brontë

The great object of life is sensation, to feel, that we exist, even though in pain
( Lord Byron)

aus dem Vorwort
zur rororo Bild-monographie „Die Schwester Bronte „