Die IRAN - Gastspielreise des Theaters im Marienbad

11. – 25 Oktober 2003


   

Fremdheit löst sich auf!

von Kirsten Trustaedt

Wandel durch Annäherung unterm mosaikbestückten Brückenbogen am Zâyande-Rud. Gleißendes Licht.
Schöner, unendlich weiter Orient!
Eine Sehnsucht von uralter Größe und Schönheit breitet sich aus.
Räume, die sich auftun … in der Seele … Im Gehirn … im Weiterträumen! An uralte Wurzeln rührend! Eine Oase inmitten der Wüste!

Parzival! Hier!
Staunend betrete ich den Spielort! Draußen! auf einem iranischen Schulhofplatz! Alles steht: Zeltwände flattern im Wind! Wir, eine Circustruppe in Isfahan!
Parzival: ein Stück Weltphilosophie! Nicht ideologisch besetzt, sonst wäre der Mythos zerstört! So findet jeder Zuschauer seinen Platz! Ein Theaterabend der kulturübergreifend ist und wirkt!
Wir erleben eine große Umarmung mit dem iranischen Publikum! Für uns als Akteure lebt jeder Satz, jedes Wort, das wir auf der Bühne denken, sprechen oder hören, neu auf! Durch den „unwiederbringlichen Augenblick“ der Konfrontation mit einem Zuschauerkreis einer anderen Kultur, entsteht ein überraschend neuer Draufblick auf unsere Arbeit! Im Geist entsteht Erweiterung! Horizonte tun sich auf! Sowohl für uns, als auch für das Publikum. Fremdheit löst sich auf!

Auf einem Berg, hoch oben, sah ich hunderte von Frauen vermummt in schwarzen Tschadors kauern. wie Krähen kreischten sie von ihrem Dach der Welt, dass ich Lust bekam, mich in der Farbe gelb vor ihnen aufzustellen, um das Schwarz ein bisschen aufzuhellen.

Unterwegs. Mit dem Bus nach Teheran. Ein Stopp:
Alle rennen ins Feld!
Ins Feld der Wüste rennen!
Wüstengras und Stein bespringen!
Weite Leere – unendlich weit!
Der Dämmerung kühle Bergluft atmen!
Dass mir die Füße zu Flügeln werden!
Jetzt! Auf immer und ewig!
„Was vor meinem Gesicht liegt, ist geradeaus!“
Schon auf dem Boden bleiben!
Aber leichten Schrittes!


 

Presseecho

Berichte und Eindrücke

Reisetagebuch

Fotostrecke(n)
Matinee
 

 

 
 
 
 
 

impressum | disclaimer | home