Das Theater im Marienbad gastiert beim
Internationalen Fadjr-Theaterfestival 2005
in Teheran, Iran

Das Theater im Marienbad in Freiburg wurde mit zwei Inszenierungen, "Die Nächte der Schwestern Brontë" von Susanne Schneider und "Perô oder die Geheimnisse der Nacht" nach einer Erzählung von Michel Tournier, zum Internationalen Fadjr-Theaterfestival nach Teheran (20. bis 29. Januar 2005) eingeladen. Das jährlich stattfindende Fadjr-Festival ist ein wichtiges Forum für aktuelles iranisches Theater. In den vergangenen Jahren hat es sich zunehmend auch ausländischen, westlichen Theatern geöffnet. Die Festivalteilnahme ist ein weiterer Schritt innerhalb eines Theateraustausches mit iranischen Theatergruppen, den das Theater im Marienbad seit seiner Gastspielreise mit "Parzival" von Tankred Dorst im Oktober 2003 nach Teheran und Isfahan betreibt.

Die Einladung mit „Die Nächte der Schwestern Brontë“ von Susanne Schneider (Regie Dieter Kümmel) ist von besonderer Bedeutung, da es in dem Stück vor dem Hintergrund realer Schriftstellerbiographien um Lebenspläne junger Frauen geht und um ihre Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Widerständen. In Deutschland wird dieses Thema überwiegend im Rahmen entwicklungspsychologischer und emanzipatorischer Fragestellungen junger Menschen betrachtet. Im Kontext der islamischen Kultur und der spezifischen Stellung der Frau in der Gesellschaft ist jedoch zu erwarten, dass die Vorstellungen Diskussionen auch in anderen gesellschaftlichen und politischen Dimensionen auslösen. Daher plant das Theater im Marienbad ein Beiprogramm mit stückimmanenten und weiterführenden Themen, z.B. einen Vortrag zum Thema "Frau sein und Schreiben im Iran" in Zusammenarbeit mit der Universität Teheran.

Außergewöhnlich ist auch die Einladung des Stückes „Perô oder die Geheimnisse der Nacht“ nach einer Erzählung von Michel Tournier. Die Inszenierung von Dieter Kümmel verbindet Schauspiel und Figurentheater und verweist damit auf eine besondere Tradition des europäischen Puppenspiels.

Die Festivalteilnahme wird u. a. unterstützt vom Goethe Institut, der Stadt Freiburg und dem Land Baden-Württemberg.