STUMMFILM
DAS LEBEN UND DIE PASSION JESU CHRISTI (1897)/
DER GALILÄER (1921)
| So 25.06., 19.30 | musikalisch begleitet von Günther A. Buchwald
Seit
der Erfindung des Films gehört die Passion Christi zu einem der
beliebtesten Kinomotive. Dabei ging das Interesse an der Verfilmung der
Leidensgeschichte andererseits auch immer einher mit Diskussionen
darüber, ob das Leben Jesu überhaupt verfilmt werden
dürfe, und wenn ja, in welcher Weise eine Visualisierung erlaubt
sei.
DAS LEBEN UND DIE PASSION JESU CHRISTI
| Frankreich 1897 | 13 Min. |
Das Leben und
die Passion Jesu Christi der Brüder Lumière aus dem Jahr
1897 gilt als die älteste erhaltene Verfilmung der
Passionsgeschichte. In 13 Szenen von jeweils einer Minute Länge
erzählt der Film noch ganz in der Tradition der
volkstümlichen Passionsspiele, beginnt jedoch bereits
filmspezifische Erzählweisen zu entwickeln.
Und auch an die
Attraktionslust des zahlenden Publikums ist schon gedacht: allein vier
Sequenzen zeigen Wunder Jesu, sind doch nur zwei biblisch
überliefert.
Regie, Kamera & Buch: Frères Lumière
DER GALILÄER
| Deutschland 1921/22 | 45 Min. |
Der
Galiläer, 1921 von dem im Exil lebenden russischen Regisseur
Dimitrij Buchowetzkij gedreht, ist die Verfilmung eines in Freiburg
inszenierten Passionsspiels. Im Gegensatz zum Film der Lumières
stellt der Galiläer jedoch kein abgefilmtes Theaterstück dar,
sondern steht in Inszenierung, Kameraführung und Montage ganz in
der Tradition der in der Weimarer Republik sehr erfolgreichen
historischen Ausstattungsfilme. Gefilmt wurde an zahlreiche
Schauplätzen in und um Freiburg.
Das Programmheft
vermerkte damals: „Der Galiläer gibt im Unterschied zu
früheren bekannt gewordenen Versuchen nicht Bilder zur biblischen
Geschichte, sondern ein starkes packendes Drama, das den Zuschauer von
Anfang bis zu Ende erschüttert und packt.“
Nicht
verschwiegen werden darf jedoch, dass der Film in der Schilderung der
Jerusalemer Priesterschaft auch ein Beispiel antisemitischer Tendenzen
der 20er Jahre darstellt.
Regie: Dimitri Buchowetzki