Hosea
nach den alttestamentarischen Büchern "Hosea" und "Hohelied der Liebe" mit Auszügen aus Friedrich Hebbels "Judith"
Regie: Navid Kermani
Bühnen der Stadt Köln

Deutschland
Datum: 23. und 24. Juni, 20.00 Uhr
Ort: Theater im Marienbad

Darsteller: Markus Scheumann und Vanessa Stern
Fotograf:Klaus Lefebvre

In der Inszenierung arbeitet der Regisseur Navid Kermani mit biblischen Originaltexten aus dem Hohelied und aus dem prophetischen Buch Hosea sowie mit Passagen aus Friedrich Hebbels Drama "Judith". Im Zentrum steht dabei das Buch Hosea, das der vielleicht irritierendste Text der Bibel ist: In ihm wirbt Gott, lockt und schmeichelt, zürnt und verdammt, droht und verheißt. Aber der Mensch: Er wendet sich ab, verschließt Augen und Ohren, er verhöhnt Gott, dem er doch buchstäblich jedes Haar zu verdanken hat. Deshalb wird Gott gewalttätig – weil er den Menschen liebt.
Man kann diesen Text als Apologie religiöser Gewalt lesen. Zugleich ist Hosea jedoch das Zeugnis eines Gottes, der an seinen Geschäften und seinen Geschöpfen verzweifelt. In der szenischen Bearbeitung Navid Kermanis erzählt das Buch Hosea die Beziehung Gottes zu den Menschen als die Geschichte einer unglücklichen Liebe.
In der Kombination mit der Liebeslyrik des Hohenlieds und den "Judith"-Texten entsteht eine Studie über Macht, Glauben, Abhängigkeit, Begierde und Gewalt.
Hosea ist die erste Regiearbeit des Kölner Schriftstellers Navid Kermani, der sich in seinen Werken immer wieder mit Motiven der Religion auseinandergesetzt hat.

  
Regie und Einrichtung Navid Kermani
Dramaturgie Lothar Kittstein
Darsteller
Markus Scheumann, Vanessa Stern