Gewalt, Aktion, Performance  –
Die Rückkehr des Rituals im Theater der Gegenwart
ein Vortrag von Prof. Dr. Ingrid Hentschel
Datum: 17. Juni, 11.45 Uhr
Ort: Theater im Marienbad


Ingrid Hentschels Vortrag befasst sich mit dem Ritual, das für Künstler, Theatermacher und Regisseure aber auch für die Theater- und Kulturwissenschaft in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt ist. Wenn das Theater Elemente des Rituellen aktiviert, dann geschieht das vor allem im Wie der Darstellung, im Vollzug des theatralen Ereignisses. Ausgehend von den Phänomenen roher Nacktheit und Gewalt in zeitgenössischen Inszenierugnen, die häufig das Publikum provozieren, analysiert der Vortrag  die Verbindung des Gegenwartstheaters zur Performance-Kunst und zum Ritual an verschiedenen Beispielen von Marina Abramovicz, über Jan Fabre bis zu Martin Kusejs Inszenierungen der Texte Sarah Kanes.
Ingrid Hentschel interpretiert die zunehmenden Gewaltdarstellungen auf dem Hintergrund der gegenwärtigen Verschiebungen im Verhältnis von Wirklichkeit und Fiktion, Realität und Virtualität, und deutet sie zeitdiagnostisch. In der Gegenwartskunst rücken rituelle Bezüge an die Stelle, die die Abwesenheit der Transzendenz in den modernen Gesellschaften hinterlässt