Genesis Nr. 2
von Iwan Wyrypajew
Regie: Wiktor Ryschakow

theatre.doc
Moskau
Russland
Datum: 21. und 22. Juni, 20.00 Uhr
Ort: Theater Freiburg, Kleines Haus



„Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ – so beginnt das 1. Kapitel der Bibel und erzählt im Buch Genesis weiter, wie alles seinen Namen, Sinn und Platz in der göttlichen Ordnung findet. Die jedoch ist nicht ohne Fehler, findet Antonia Welikanowa, junge Patientin einer psychiatrischen Klinik an der Peripherie Moskaus. Erste Skizze ihrer eigenwilligen Schöpfungsgeschichte schickte sie dem Autor, Performer und Regisseur Iwan Wyrypajew nach Moskau.
Aus Texten, Dialogen, Kommentaren und Zitaten ihrer lebhaften Korrespondenz entwickelten die beiden Autoren Genesis Nr. 2. Der Regisseur und Darsteller Wyrypajew gestaltete aus dem Text einen Theaterabend über einen radikal anderen Blick auf die Welt und 
ihren Mangel an existentiellen Gewissheiten im postkommunistischen Russland.

Die vertraute Rollenverteilung der Bibel hat Antonia Welikanowa aus der Ordnung gerückt: Lots Frau, die in der Bibel nicht einmal einen Namen hat, nennt sie Antonia. Gott hört auf den Namen des Chefarztes ihrer Klinik, Arkadij Iljitsch, und muß sich in dieser neuen Schöpfungsgeschichte einiges anhören: z.B. warum selbst dann, wenn wir an Gott glauben, es noch lange nicht klar ist, ob Gott auch an uns glaubt. Mit poetischen Dialogen, kurzen dramatischen Szenen, fröhlich-derben Liedern und mitreißender Bajanmusik erzählen die frechen Bibelforscher die frohe Botschaft aus einem Sodom und Gomorrha unserer Tage.

Regie: Wiktor Ryschakow
Bühne: Dmitry Rasumow
Kostüme: Tatiana Golowenika
Musik: Aidar Gainullin

Darsteller: Swetlana Iwanowa, Alexander Bargman, Iwan Wyrypajew, Ajdar Gajnullin