Du sollst nicht begehren!
ein
Vortrag von Prof. Dr. Regina Ammicht-Quinn, Professorin für
Theologische Ethik, Interfakultäres Zentrum für Ethik in den
Wissenschaften (IZEW), Universität Tübingen
Ort: Verlag Herder
Datum: Freitag, 23. Juni, 17.30 Uhr
Das 9.
Gebot, in der antiken mittelmeerischen jüdischen Gesellschaft ein
zentrales Gebot der sozialen Ordnung, hat innerhalb des Christentums
eine eigene Wirkungsgeschichte. Im Zuge einer allgemeinen und
kontextlosen Verinnerlichung wird das Gebot zu einem grundlegenden
Verbot des Begehrens – einem Verbot, das sich für
Männer und Frauen in unterschiedlicher Weise äußert.
Heute ist das
Begehren vom frömmigkeitsgeschichtlichen Verbot - Du sollst nicht
begehren! -zum warenförmigen Gebot - Du musst begehren! –
geworden. Beide Formen der Normierung des Begehrens zeigen
überraschende kulturelle Ähnlichkeiten. Damit stellt sich die
Frage, wie im Angesicht dieser Geschichte und im Angesicht dieser
Gegenwart Sinne und Sinnlichkeit einen den Menschen angemessenen
kulturellen und religiösen Raum finden können.
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Erwachsenenbildung und dem Verlag